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REZENSION ZU KENNEN SIE DIESEN MANN

 

 

Autor: Carl Frode Tiller

Verlag: btb

Seitenanzahl: 351

ISBN: 9-783442-715909-01

Preis: 10,00 € Taschenbuch

 

 

Klappentext

 

Was ist Wahrheit?

Was ist Lüge?

 

David hat sein Gedächtnis verloren.

Er weiß nicht mehr, wer er ist.

Deshalb stellt er Fragen.

Und seine Freunde geben Antworten.

Aber sind es die richtigen?

 

 

Meine Meinung

 

Ich hatte mich wirklich riesig auf dieses Buch gefreut, denn ich finde der Klappentext verspricht eine Menge. Umso enttäuschter hat es mich leider zurückgelassen. 

Man sollte vielleicht erwähnen das David nicht ein einziges Mal genannt wird. Es geht um ihn, jedoch auch irgendwie nicht. Es ist wirklich schwer zu erklären. Das Buch ist in der Erzählperspektive der Freunde geschrieben und in drei Teile gegliedert. In Jon, Arvid und Silje. Das sind die drei Personen die ihm Briefe schreiben. Jeder Abschnitt wird noch einmal untergliedert in Gegenwart der Schreibenden und die Briefe an David. Somit erfährt man viel über die drei, jedoch nichts über David. Keiner weiß warum er sein Gedächtnis verloren hat, wie es ihm geht, was er macht. Theoretisch könnte man sogar soweit gehen, dass man in Davids Rolle schlüpft und sich dann aus den Briefen seine Meinung bildet wer man denn nun ist und wie die Vergangenheit war, denn David weiß ja vor dem Buch genauso wenig wie wir, dank Gedächtnisverlust. Und da fängt das Problem an. Alle drei haben so krass unterschiedliche Ansichten, dass man im Nachhinein nicht weiß was man glauben soll und man nur umso verwirrter ist. Jeder sagt etwas anderes. Den Anfang macht Jon, gefolgt von Arvid. Die zwei hatten ja schon komplett andere Sichtweisen auf Davids Leben. Aber als dann noch Silje dazukam und nochmal etwas ganz anderes erzählt hat, konnte ich mir einfach auf das ganze keinen Reim mehr machen. Lügen sie? Wollen sie ihn sich vielleicht zurechtbiegen wie sie ihn gerne hätten? Haben sie wirklich diese Sichtweise? Liegt die Wahrheit vielleicht irgendwo dazwischen? Man kann wirklich viel über das Buch philosophieren und ganz bestimmt hätte jeder seine eigene Meinung und Ansicht dazu.

 

Hinzu kommt leider noch das mir die Charaktere nicht sympathisch waren. Jon ist ein depressiver, zynischer, pessimistischer Mann, der denkt das alle Welt ihm etwas Böses möchte. Ich wusste nie so recht, ob alle in der Welt ihn wirklich abweisen, weil sie schlecht sind oder er es sich durch sein Verhalten nicht vielleicht selbst zuzuschreiben hat. So jemanden hätte ich auch nicht gern als Freund. 

Arvid ist mittlerweile ein alter Herr, der unheilbar krank ist und sich in Selbstmitleid suhlt. Die Briefe an David sind für ihn ein Lichtblick, denn so hat er wieder eine Aufgabe in seinem Leben. Er war mir noch der liebste von allen, wenn ich ehrlich bin.

Zum Schluss kommt Silje. Ich hatte keine Ahnung was mit Silje eigentlich los war. Sie ist eine notorische Lügnerin, die bei den kleinsten Sachen die Unwahrheiten sagt und sich daran erfreut, wenn die anderen dadurch verwirrt sind. Teilweise schien sie mir selbst auch etwas labil. Vor allem fand ich sie dadurch jedoch wirklich unsympathisch und bösartig.

 

Den Schreibstil fand ich in ihrem Teil wirklich katastrophal, denn es waren fast nur Dialoge und so gut wie JEDER Satz endete mit: „sagte sie.“ Oder „sagte er“. Dadurch war das Ganze nicht flüssig und wirkte sehr abgehackt. 

Alle drei waren sehr melancholisch und negativ, wie die Menschen in skandinavischen Bücher ja oft sind. Damit habe ich allerdings kein Problem, wenn sie denn wenigstens positive Eigenschaften besitzen würden.

 

Fazit 

 

Klappentext verspricht viel, kann es leider nicht halten.

Ein Buch worüber man viel spekulieren kann, denn aufgeklärt wird leider nicht. Vieles bleibt rein fiktiv

Ich gebe 3/5 Sternen.

 

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